Montag, 26. November 2007

London - Teil 3

Der letzte Bericht von unserem London-Besuch wird nicht so detailliert und somit ein wenig kürzer ausfallen als die beiden vorherigen. Momentan fehlt mir einfach die Zeit. Zudem fand gestern wieder unser allwöchentliches Treffen zum Abendessen statt - und diesmal war ich Gastgeber. In anderen Worten: Nicht hingehen, reinmampfen und Spaß haben. Diesmal war es mit Arbeit verbunden 8-O ... und natürlich auch einem dementsprechenden Zeitaufwand! Zusätzlich hatte ich diese Woche Küchendienst und hab' heute Vormittag sämtliche Arbeiten der Sonntags-Liste erledigt, die immer den lästigen Höhepunkt der Küchendienst-Woche darstellen ... so, nun aber zum letzten Bericht von London ...

Mittwoch, 14. November

Der Gewaltmarsch des Vortages hat seine Spuren hinterlassen. Keiner von uns ist vor 8 Uhr munter gewesen. Mit "uns" meine ich Christian und meine Wenigkeit - die anderen vier Schlafmützen erwähne ich in diesem Zusammenhang gar nicht ;-)

Für diesen Tag war schon vor Antritt der Reise geplant, dass Emi, Anne und Beata sowie Maurice, Christian und ich eigene Wege gehen. Maurice hat in einem der Reiseführer Informationen über ein Lokal namens The Breakfast Club (die Namensgleichheit mit dem Film ist nicht zufällig) gefunden. Dieser ist angeblich dafür bekannt, dass dort sehr gute Waffeln zu einem günstigen Preis offeriert werden. Nachdem wir nach 9 Uhr endlich das Hostel verlassen hatten und Maurice und ich, als "Friends"-Fans, unser übliches Ritual in Form eines lautstarken "London, Baby!" vollzogen hatten, machten wir uns auf den Weg in die D'arblay Street 33 in Soho.

Das Lokal ist ziemlich unscheinbar und eher kein gehalten - dafür kommt aber angenehme Wohnzimmer-Atmosphäre auf und das Personal war sehr freundlich. Getränke und Speisen bezahlt man gleich im Anschluss an die Bestellung an der Bar. Ein 'Full Monty' (ein typisches englisches Frühstück mit Würstchen, Eier, Speck, etc.) war uns dann doch etwas zu heftig - im Gegensatz zu den Anzugträgern hinter uns, die sich daran gütlich taten. Daher entschieden wir uns für Waffeln mit Bananen & Ahornsirup und mit einer grossen 'Hot Chocolate'. Jeder Ernährungsberater würde jetzt wahrscheinlich entsetzt die Hände zusammenschlagen, aber es war äußerst wohlschmeckend!-) Sollte ich wieder mal nach London kommen (und davon gehe ich aus), werde ich hierher sicher wieder zurückkehren. Für alle zukünftigen London-Besucher: Dieses Lokal ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Danach spazierten wir die Oxford Street entlang, um zur nahe gelegenen U-Bahn-Station Tottenham Court Road zu gelangen und somit auch erstmals die bekannte Tube zu nutzen. Aufgrund der Tatsache, dass die Tube die älteste U-Bahn der Welt ist und schon einige Male aufgrund ungenügender Sicherheitsvorkehrungen Katastrophen (auch wenn es schon Jahre her ist) passiert sind, habe ich mich mit einem etwas unbehaglichen Gefühl in diese vermeintliche Todesfalle begeben. Nachdem ich ja das Schlimmste erwartet hatte, war ich doch angenehm überrascht. Es ist zwar nicht gerade sehr geräumig "da unten" und ich möchte nicht mit Dutzenden anderen durch dieses Labyrinth hetzten müssen, wenn die Gänge aufgrund eines Brands voller Rauch sind, aber es wurde hier offenbar einiges modernisiert: Die 'Platform Edge Doors' (Plexiglas-Scheiben) öffnen sich nur, wenn der Zug an der vorgesehen Position in der Station hält. Manche Station haben aufgrund der vielen Suizid-Versuche (angeblich einer pro Woche!) Glaswände zwischen Bahnsteig und Schienen installiert. Persönliche Anmerkung: Bei den Preisen, die man in London für jede Kleinigkeit zahlen muss, würde ich mich nach spätestens zwei Monaten Aufenthalt hier auch vor den Zug werfen wollen! =8-O Und ... Kameras sind überall vorzufinden - wer hier unten ein Verbrechen begeht, muss schon mit viel Dummheit gesegnet sein. Alles in allem hab' ich mein Vorurteil stark revidieren müssen. Trotzdem: In der U1 fühl' ich mich sicherer ...

Mit der Northern Line ging's zur Camden Town. Ein berühmtes Viertel in London mit dem Iverness Street Market, dem Camden Street Market und dem Camden Stable Market. Entlang der Camden High Street reiht sich hier ein Shop an den nächsten und man könnte Stunden mit Shopping verbringen. Nachdem dies üblicherweise Frauensache ist, waren wir in ca. 20 Minuten dort durch 8)

Weiter nördlich, direkt beim Camden Stable Market, offenbart sich auch der kulinarische Reichtum von Camden Town. Dutzende, winzige Restaurants (um nicht zu sagen Imbissbuden) bieten internationale Speisen aller Art an. Es war zwar sehr verlockend dort mal schwach zu werden, aber wir wollten für unser später geplantes "All-You-Can-Eat"-Buffet in Topform sein ;-)

Weiter ging's mit der Northern Line und Picadilly Line nach Arsenal: Maurice wollte unbedingt das Stadion seines Lieblingsklubs sehen. Da wir nur von Montag bis Donnerstag in London verweilten, war ein Besuch eines Spiels ja ausgeschlossen - und für einen Studenten vermutlich auch finanzielles Harakiri. Der Preis für die Besichtigung als auch für den Museums-Besuch war ihm zu teuer und somit musste er sich mit dem Erwerb eines Schals im Fanshop trösten. Auf dem Weg von der U-Bahn-Station zum Stadion sind wir durch den Bezirk Islington spaziert. Er liegt unmittelbar nördlich von der City of London - nur ein paar Minuten mit der Tube entfernt. Der absolute Kontrast: Menschenleere Strassen statt Menschenmassen, Ruhe statt Geschrei, Verkehrlärm und Gehupe.

Anschließend ging's wieder zurück nach Chinatown, wo wir ein Restaurant fanden, das eingangs erwähntes Buffet zum Preis von 5,5 Pfund anbot. Das ganze hatte einen Haken: All-you-can-eat bedeutet dort, dass man dort nur zweimal am Buffet "abräumen" darf. Nachdem ich dies -mit Entsetzen- erst nach dem ersten Teller gelesen habe, habe ich beim zweiten Gang zum Buffet dann demonstriert wie viel man durch geschicktes Schlichten auf einen einzigen Teller bekommt 8-)

Danach trennten sich unsere Wege, weil Maurice sich ein weiteres Musical (Dirty Dancing; Beginn schon um 15 Uhr) ansehen wollte. Christian und ich sind dann dank unserer "One-Day-Travelccard" mit der Tube noch kreuz und quer durch London gefahren. Die weiteren Ziele waren unter anderem Baker Street (Madame Tussauds, Sherlock Holmes Museum) und der London Dungeon nahe der Tower Bridge.

Abends war ich mit Christian noch bei McDonald's um dort die letzten Münzen loszuwerden. Wie sich später herausstellte, sollte mir dies noch zum Verhängnis werden. Um 19 Uhr war dann wieder ein Treffen mit Maurice vereinbart, um einige Nachtaufnahmen der Tower Bridge zu knipsen. Gegen 21 Uhr waren wir dann schon zuhause: Relativ früh, da wir noch packen und bereits um 2 Uhr aufstehen mussten, da unser Bus uns um 2.30 Uhr abholen sollte.

Die wenigen Stunden bis dahin wollte ich natürlich schlafen, um halbwegs fit den Heimweg antreten zu können. Naja, das Einzige was ich in dieser Nacht mehrere Male antrat, war der Gang zur Toilette, um mir das Essen nochmals durch den Kopf gehen zu lassen - die letzten beiden Male auf dem Weg zum Flughafen und am Flughafen selbst. Offenbar hab' ich bei McDonald's die falsche Wahl getroffen - mein Bruder hatte gar nichts. Entweder war es der Milchshake oder der Muffin - wenn ich nur daran denke, spür' ich gleich einen Würgreiz! Ich werd' jedenfalls für lange Zeit einen großen Bogen um diese Fast-Food-Kette machen ... ist sowieso gesünder!

Auf jeden Fall hab' ich dann irgendwie alle noch wohlbehalten heimgebracht, danach fast zwei Tage durchgeschlafen und nichts gegessen - schadet mir eh' nicht!-) Als Bewährungsprobe für meinen Magen nach diesen zwei Tagen gab's gleich etwas "Leichtes": Pizza ... Und - Test souverän bestanden!-)

Bilder-Album: London Tag 3


Anonym hat gesagt…

Fotos sind wirklich toll. Hast ja ein paar gute Gene von uns geerbt.Abgesehen gibt es nun endlich von Christian und Dir Fotos. Fast nicht zu glauben!
Mu